Theorie der binauralen Rhythmen
In der Medizin werden mit einem EEG (Elektroenzephalographie) die Hirnströme gemessen. Die Ergebnisse dieser Messung sehen auf einem Bildschirm etwa so aus:

EEG und der Zustand des Gehirns
Wie Sie sehen, sind die Hirnströme nicht gleichmäßig, sondern sie schwingen in verschiedenen Frequenzen. Das zeigt sich in der Abbildung durch die "Schlangenlinien". Wissenschaftler haben nun herausgefunden, welche Frequenzen in welchem Gehirnzustand vorkommen. Die Zustände werden Delta, Theta, Alpha und Beta genannt:
| Zustand |
Frequenzbereich |
Geisteszustand |
| Delta |
0.5 Hz - 4 Hz |
Tiefer Schlaf |
| Theta |
4 Hz - 8 Hz |
Müdigkeit (auch erstes Schlafstadium) |
| Alpha |
8 Hz - 14 Hz |
Entspannt, aber wach |
| Beta |
14 Hz - 30 Hz |
Wach und konzentriert |
Die vorwiegende Frequenz im gemessenen EEG bestimmt den Geisteszustand, in dem wir uns befinden. Wie Sie sehen, sind für das Schlafen die Zustände Theta und Delta besonders wichtig. Um erholsamen Schlaf zu finden, ist es wünschenswert, in den Delta-Zustand zu kommen.
Beeinflussung der Hirnströme
Wie wäre es nun, wenn man durch eine äußere Maßnahme die Gehirnströme so beeinflussen könnte, daß sie den Delta-Zustand annehmen. Würde der Mensch dann schlafen? Ja, das genau ist der Fall!
Jetzt ist nur noch die Frage, WIE man die Gehirnströme beeinflusst? Eine Idee wäre, dem "Gehirn" Töne in der Delta-Frequenz vorzuspielen. Das hat man auch versucht, und in geringem Maße funktioniert das auch, ABER: Diese Frequenzen sind so niedrig, daß man sie nicht mehr hören kann (wir hören nur bis 20 Hz, alles darunter ist für unser Ohr nicht wahrnehmbar), außerdem können normale Lautsprecher diese Frequenzen auch nicht erzeugen. Also, was nun?
Binaurale Rhythmen
Jetzt kommen wir zu der Entdeckung des deutschen Wissenschaftlers H.W. Dove. Er hat folgendes herausgefunden:
Wenn man auf dem einen Ohr einen Ton von 400 Hz hört, und auf dem anderen Ohr einen Ton von 410 Hz, dann entsteht im Gehirn eine Schwingung mit der Differenz dieser beiden Frequenzen, nämlich 10 Hz. Das ist der Alpha-Zustand. Wenn wir die Differenzen nun verringern, dann kommen wir damit auch in den Delta-Zustand.
Das klappt wirklich!
Wie Sie sehen, muss jedes Ihrer beiden Ohren dabei einen etwas anderen Ton hören als das Andere. Daher bestehen binaurale Rhythmen aus einer Stereo-Aufnahme, die man sich idealerweise mit einem Kopfhörer anhört, damit jedes Ohr auch nur das hört, was dafür bestimmt ist.
Eine Aufnahme, die Sie in Schlaf versetzen soll, führt Ihr Gehirn innerhalb angemessener Zeit vom Alpha-Zustand in den Delta-Zustand und bleibt dort.
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